WEIS(S)E Dialektik

WEISS ---- abgetönt hingossen
gedämpfte, WEISSE Stille
wie maßgeschneidert
in dem Verließ der Freiheit,
die sie nicht hat.

WEISS ---- ungewisses WEISS
gemästete Stille in ihr,
sie schluckt sie bedächtig weiter,
seine bleierne Dialektik -
mit jedem Bissen eine weitere Alternative,
ein ewiges Abwägen
sein Spielraum der unbegrenzten Möglichkeiten.

WEISS --- offen für WEISS
das Credo in ihm,
eine Farbe, die werden will,
eine Farbe, die Raum lässt,
kein festgelegtes Sein  auf einen gemeinsamen Ton,
dafür frei sein und beweglich sein
konturloses WEISSES Sein
seine Liebe auf sandigem Grund.

WEISS ---- eindeutig makelos
in unberührter Stille
sitzt sie optionslos im Wartesaal
ein Ticken in WEISS-
eizellenweise
verstrichene Zukunft
löffelt sie fruchtlos,
würgt hinunter, unverdaut ihr Wunsch,
ihr Flehen trägt WEISS.

Kreischende Stille ---schneidend, verletzend
WEISSES Rauschen dröhnend im Kopf,
ihre Stummheit zerfetzt
den Teppich seiner Worte,
das Drehen und Wenden seiner Vielfältigkeit,
seiner ewigen Ausflüchte-
im Kreis der schlagenden Argumente
detoniert hilflos ihr WEISSES Schweigen,
zersetzt jeden Anhaltspunkt.

WEISS – sinnentleert, knöchern
still klüngelt sein Mantra durch den Raum:
eine Wahl
immer eine Wahl
du hast immer eine Wahl
jetzt oder später --- nie nie
immer eine Wahl!
hier oder dort --- nie nirgendwo
immer eine Wahl!!
viel oder wenig --- nie nichts
immer eine Wahl!!!
gehen oder bleiben --- nie fix
eine Wahl
immer
hast du.

WEISS --- tückisch rein,
die Stille ---- lauernd die Ruhe,
bevor ein Herz sein Machtwort spricht
bevor der Faden des Verlangens reißt
und talwärts die Zeit hinabdonnert
WEISS, gleißend WEISS
der Abgang, der sie irgendwann begräbt.

Leere Stille ---- WEISSES Flimmern
aschgrau ihr verblichener Wunsch,
zementgrau ungebunden seine feige Flucht,
aber WEISS, schwerelos WEISS
in der tänzelnden Stille
schwebt ungeboren sein Entschluss
schwermütig frei
sein Wille
ihre Hoffnung
abwartend
weggesperrt
funkelnd in kristallenen Käfigen.